Sonntag, 2. Oktober 2011

Erdmännchens erstes Braai

Weil die Auswertung für die Wahl zum STA Travel Reiseblogger 2011 noch nicht abgeschlossen ist, habe ich mich heute spontan für eine Grillparty entschieden. Der sommerliche Herbst (auch "Sorbst") ließ es nicht anders zu. Kurzerhand haben meine Erdmännchen-Kollegen und ich darum ein waschechtes Braai veranstaltet. Das ist Grillen auf Afrikaans mit jeder Menge Fleisch und leckerem Bier. Zwar gab's nur Rind statt Springbock, Strauß oder Gnu - dafür haben wir beim Afrikaner ums Eck tolle Gewürze, Kürbisse und einen guten Pinotage bekommen. Zum Fleisch (natürlich "medium rare"!) gab's Riesengarnelen, ein köstliches Kürbissüppchen und hausgemachtes Banana Bread. Auch an Malva Pudding, einem südafrikanischen Kuchen mit Aprikosenmarmelade und Weißweinessig, habe ich mich probiert. Baie lekker!

Steak und Bratwurst (afrik. "Braaiwoers")

Aber machen wir uns nichts vor: Das ultimative Grillerlebnis steht für mich noch aus. In Südafrika kommen Tiere auf den Tisch, die es hier nur im Zoo gibt: zum Beispiel Krokodil, Impala oder Kudu. Ich könnte dort fangfrischem Kingklip oder Yellowtail probieren. Zum traditionellen Braai gehört auch klassischerweise der Snoek Fisch. Und eben kein Sternburg, sondern ein  Jo'burg.

Sonntag, 25. September 2011

Südafrika aus der Perspektive eines Erdmännchens

Guten Tag, mein Name ist Erdmännchen. Ich gehöre der Familie Suricata suricatta an. Der Großteil meiner Verwandtschaft lebt im Süden Afrikas - gelegentlich aber auch im Zoo an irgendeinem anderen Ort auf der Welt. So auch ich. Wie die meisten ausgewanderten Erdmännchen wünsche ich mir nichts sehnlicher, als einmal in meine Heimat Südafrika zu reisen. Denn dort liegen meine Wurzeln. Einmal echtes Chakalaka essen und in eine Vuvuzela tröten können, ohne dass sich die Nachbarn beschweren! Das wäre mal was. Zum Glück gibt es STA Travel. Die könnten mir meinen Reisewunsch schon sehr bald erfüllen und mich für zwei Wochen quer durch Südafrika schicken. Und ihre Reiseroute, die hat’s in sich:

Zunächst geht’s mit dem Flieger nach Johannesburg. Dort lerne ich etwas über die südafrikanische Geschichte, z.B. im  Apartheid Museum oder bei der Besichtigung des Nelson Mandela Hauses. Sich mit der staatlich verordneten Rassentrennung auseinander zu setzen ist wichtig, um Südafrika heute überhaupt verstehen und die Errungenschaften der Anti-Apartheidskämpfer würdigen zu können. Dazu gehört auch ein Besuch in einer  typischen Shebeen. So nannte man früher die einfachen und illegalen Kneipen, in denen sich viele politische Aktivisten und Widerständler trafen. Ich sehe mich schon mittendrin, wie ich meinen kleinen Hintern fröhlich zu dem Klassiker Gimme hope Joanna von Eddy Grant hin- und her schwingen werde. Wusstet ihr, dass Joanna in diesem Fall gar kein Frauenname ist? Er steht synonym für Johannesburg.

Tags darauf lerne ich dann Südafrikas atemberaubende Natur kennen. Zunächst führt mich meine Reise ins Kapama Gepardenzentrum. Diese Aufzuchtstation widmet sich den schnellsten Säugetieren der Welt, die in ihrem Jagdverhalten hochspezialisiert sind. Welch Mutprobe für ein  Erdmännchen! Aber der Gepard hat momentan leider ganz andere Sorgen: Er gilt als stark gefährdet und ich fände es bedauerlich, wenn diese grazilen Raubtiere von unserem Planeten verschwänden. Dagegen will das Gepardenzentrum etwas tun. 

Im Anschluss an den Besuch im Gepardenzentrum geht es weiter zum weltbekannten Kruger Nationalpark. Im größten Wildschutzgebiet Südafrikas können Besucher die "Big Five" der afrikanischen Säugetiere bestaunen:  Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden. Auch Giraffen, Flusspferde, Zebras, Hyänen und Krokodile gibt es hier, um nur einige wenige zu nennen. Und für mich ganz besonders erfreulich: die Erdmännchen.  In kleinen Grüppchen stehen sie erwartungsvoll auf Erdhügeln und halten Ausschau nach mir. In den folgenden zwei Tagen warten aufregende Pirschfahrten und Nachtsafaris auf mich, bei denen ich die faszinierende Tierwelt Südafrikas hautnah erlebe. Im Zelt werde ich unter dem Sternenhimmel schlafen und die Grillen zirpen hören. Und ganz sicher werde ich auch einen Sonnenuntergang erleben, wie man ihn sonst nur auf Postkarten sieht. 

Einer der "Big Five" Südafrikas

Nachdem ich einen ersten Eindruck vom Artenreichtum Südafrikas bekommen habe, will ich ein paar atemberaubende Ausblicke genießen. In typischer Erdmännchenpose sehe ich mich schon am Blyde River Canyon stehen und ehrfurchtsvoll  in die Tiefe  schauen.  Den besten Ausblick, so haben es mir meine Kollegen aus dem Zoo verraten, hat man von God’s Window aus – dort hat man das unvergessliche Panorama der Drakensberge vor sich und schaut 700 Meter in die Tiefe. Zum Glück bin ich schwindelfrei. Die Drakensberge werde ich tags darauf noch genauer erkunden. Bei traumhaften Ausblicken über zahlreiche Schluchten, Kämme und Höhlen werden meine Füßchen nicht müde. Ich staune über die beeindruckenden Felsmalereien des Urvolkes der San. Sie haben vor vielen, vielen Jahren  das friedliche Miteinander von Mensch und Tier zu Stein gebracht.  


Die Ureinwohner Afrikas kennen lernen werde ich auch an den folgenden Tagen. Es wartet schließlich das Valley of a Thousand Hills auf mich. Ich werde handgefertigte Mitbringsel kaufen und die Lebenswelt der Zulu kennen lernen. Ein paar Worte auf IsiZulu kann ich bereits: Will ich meine Erdmännchen-Familie begrüßen, so brauche ich einfach nur sanibonani  zu sagen. Das heißt hallo und lässt sich gut merken. Verabschieden werde ich mich mit salani kahle.

Spätestens in Durban werde ich die Gelegenheit ergreifen und fangfrischen Hummer und knackige Garnelen probieren. Ich liebe die afrikanische Küche! Maisbällchen, Straußensteak und jede Menge Biltong – Erdmännchen kriegen davon nicht genug. Abends werde ich die Beachfront entlang schlendern und den Moment genießen – vielleicht mit einem Glas Wein oder einem Cocktail in der Hand. In Port Elizabeth erwartet mich dann ein weiteres Highlight meiner spannenden Reise: eine Township Tour, die mich zu Fuß mitten durch die Armenviertel der Stadt führt und mir Südafrika ganz ungeschminkt präsentiert. Auch das ist das Land meiner Träume.

Von Port Elizabeth aus folge ich der berühmt-berüchtigten Gartenroute Richtung Kapstadt. Ich nähere mich dem Höhepunkt meiner Reise und werde noch aufgeregter, als Erdmännchen es ohnehin schon sind. An schier endlosen Sandstränden, versteckten Buchten und beschaulichen Küstenstädtchen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, geht es vorbei und geradewegs hin zum wohl schönsten Badeort Südafrikas - der Plettenberg Bay. Mit etwas Glück werde ich bereits hier Wale und Delfine sehen können. Spätestens auf der Wal-Route wird mir dieses Glück aber ganz sicher vergönnt sein. Dort tummeln sich Glatt- und Buckelwal-Familien, die man von Land aus beobachten kann. Auf den Halbwüsten-Strecken der Gartenroute wird es ebenfalls nicht langweilig werden: Es warten Strauße, Impalas und Erdmännchen auf mich.

Mein Empfangskomitee auf der Gartenroute

In Kapstadt angekommen werde ich beim Anblick des Tafelbergs vermutlich erst einmal tief Luft holen müssen. Was für ein  Wunderwerk der Natur! Am Cape Point erreiche ich schließlich einen der südlichsten Punkte des Kontinents. Dort treffen der indische Ozean und der Atlantik aufeinander. Wahnsinn! In Simon’s Town werden mir riesige Pinguin-Kolonien begegnen. Diese Landschaft ist einfach paradiesisch. Doch leider werde ich aus diesem Paradies auch schon bald wieder vertrieben.

Zum Schluss meiner unvergesslichen Reise geht es aber noch ins schöne Weinbau-Gebiet Paarl Mountain. Dort werde ich mir einen köstlichen Tropfen für die Heimreise besorgen und mir Franschhoek  ansehen und mir die bezaubernde Innenstadt  von Stellenbosch nicht entgehen lassen. Dann heißt es Abschied nehmen von Südafrika: von seinen wilden Tieren, seiner unbeschreiblich schönen Natur und den herzlichen und hoffnungsvollen Menschen. Ich wünsche ihnen so sehr, dass sich ihr Wunsch nach Frieden und Gerechtigkeit erfüllt. Vielleicht kann ihnen das Zebra Hoffnungsträger sein: Das ist nicht schwarz oder weiß, sondern immerzu beides zugleich.

Ein traumhafter Sonnenuntergang

So, nun habe ich ausgiebig in meinen Reisefantasien geschwelgt und muss schauen, dass aus diesen fix noch ein Blog wird. Erdmännchen sind darin ja nicht so geübt, aber das wird schon werden. Die Aussichten sind schließlich bestens: Vierzehn Tage im Paradies! Da wird doch jedem Erdmännchen ganz warm ums Herz.